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F5B WM 2006
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hier eine kurze Zusammenfassung der WM:
 
Anreise:

Trotz 1600 KM einfacher Strecke entschieden wir und dafür mit dem Auto zu fahren. Am ersten Tag ging es auf gut ausgebauten Autobahnen durch Deutschland, Österreich und Ungarn schnell voran. Am  Abend übernachteten wir kurz hinter der Rumänischen Grenze in Arad, wo wir mit dem Deutschen F5D Team zusammen trafen. Am nächsten Tag folgten 450 KM quer durch Rumänien, leider ausschließlich Landstraße, so dass wir dafür den ganzen Tag benötigten. Will man nicht ständig von Lastwagen  überholt werden, muss man durch die Ortschaften mindestens 80Km/h fahren. Auch Kurven und durchgezogene Linien hindern die Einheimischen nicht am Überholen.

Am Abend kamen wir schließlich in Pitesti unserem Wettbewerbs Ort an. Unsere Zimmer im Hotel Muntenia waren ausgezeichnet. Zum Glück hatten wir, im Gegensatz zum F5D-Team, die hochwertige Kategorie mit Klimaanlage gebucht. Danach wurde noch kurz das Wettbewerbsgelände besichtigt. Es ist der Sportflugplatz des einheimischen Clubs, und bietet fast ideale Bedingen zur Durchführung einer Weltmeisterschaft.

 

Der Vorwettbewerb:

Normalerweise verläuft der Vorwettbewerb eher unspektakulär, da er von vielen Teilnehmern vor allem als Training für die bevorstehende WM genutzt wird. Hier in Pitesti war er jedoch sehr spannend, da Studenten die noch nie vorher ein Modellflugzeug gesehen hatten als Wendemarkenrichter eingesetzt wurden. Der Mann an der A-Linie machte von Anfang an einen guten Job. Der Linienrichter an der B-Linie saß allerdings die meiste Zeit schräg unter der Peileinrichtung, was zu deutlich kürzeren Strecken, und somit höheren Streckenzahlen führte. Hier musste man sich als Pilot schnell auf die veränderten Bedingungen einstellen. Am Ende flogen Guntmar Rüb mit 51, Thomas Pils mit 52, und Wolf Fickenscher mit 53 die höchsten Streckenzahlen. 

Der Sieg ging an Guntmar, vor Karl Waser (AUT) und Heiko Greiner

 
Die WM
Im ersten Durchgang kommt das B-Signal immer noch etwas früh, aber zumindest für alle Teilnehmer gleich. Thomas Pils, der Weltmeister von 1998, und Vizeweltmeister von 2002 (USA) ging mit 51 Strecken in Führung, dahinter Guntmar Rüb (Vizeweltmeister 2004) mit 50 Strecken und Wolf Fickenscher, der Titelverteiltiger ebenfalls mit 50 Strecken. Wolf hatte allerdings noch einen Cut an der A-Linie, der ihm etwa eine Strecke gekostet hat. Heiko Greiner folgte mit 49 Strecken, dann Rudi Freudenthaler (AUT) und Karl Waser mit 48 Strecken.
 

Zweiter Durchgang:

Ab diesem Durchgang bis zum Ende der WM hatten wir hervorragend korrekte Signale an der A- und B-Linie. Dies machte sich auch gleich in den Streckenzahlen bemerkbar, die nun etwa 4 Strecken pro Teilnehmer niedriger waren, als im ersten Durchgang. Besonderen Dank hierfür an Robby Robrecht, der als Jurymitglied keine Mühe scheute, und mehrmals pro Durchgang die korrekte Arbeit der Wenderichter kontrollierte.

Wolf geht mit einem sauberen 47 Strecken Flug erstmals in Führung, Heiko fliegt 46, Guntmar und Marco je 45 Strecken.

Thomas fliegt wie immer extrem spektakulär und knapp an den Wenden. Wäre er nicht unser härtester Gegner, wäre es eine wahre Freude, ihm beim Fliegen zuzusehen. Sein „alles oder nichts“ Flugstil birgt aber ein hohes Risiko an der Wenden zu schneiden, was in diesem Durchgang gleich zwei mal passiert. Am Ende hat er 45 Strecken, und fällt damit in der Gesamtwertung auf Platz zwei zurück.

 

Dritter Durchgang:

Thomas nutzt die guten thermischen Bedingungen die bei seinem Flug herrschen optimal aus, und erreicht 49 Strecken. Wolf und Heiko fliegen jeweils 47, Guntmar 46, Jeff Keesaman, Marco Cantoni und Segey Anashin je 45 Strecken. Da die verbleibende Zeit an diesem Tag keinen kompletten Durchgang mehr zulässt, wird der zweite Wertungstag mit diesem Durchgang beendet. In der Gesamtwertung führt nun Thomas Pils vor Wolf Fickenscher mit nur 0,4 Punkten Vorsprung. Guntmar Rüb liegt schon 30 Punkte zurück und belegt Platz 3, Heiko Greiner mit 37 Punkten Abstand Platz 4.

 

Vierter Durchgang:

Ab diesem Durchgang wird in der Gesamtwertung der schlechteste Durchgang gestrichen. Wolf gewinnt den Durchgang mit 46 Strecken vor Guntmar mit 45 Strecken, der gleich zwei mal hintereinander mit Motor in die Strecke einfliegt (sehr spektakulär). Auch Heiko, Rudi, Marco und Remo Frattini fliegen in diesem Durchgang 45 Strecken.

Thomas Pils ist in diesem Durchgang etwas langsamer als gewöhnlich unterwegs. Es sieht danach aus, als würden es nicht mehr als 43 Strecken werden. In der letzten Minute des Streckenflugs bricht sein Akku völlig ein, Thomas Modell steigt nur noch mit etwa halber Geschwindigkeit, eine Zelle ist gestorben. Im nächsten Steigflug explodiert die vorgeschädigte Zelle, und sprengt dabei den Flügel vom Rumpf ab (siehe auch unter Akkus).

 

Fünfter Durchgang:

Den fünften Durchgang gewann Heiko Greiner mit 48 Strecken vor Wolf und Guntmar mit jeweils 47 Strecken. Es folgen Sergey Anashin, Marco Cantoni, Johannes Starzinger, Rudi Freudenthaler, Jeff Keesaman und Thomas Pils mit je 45 Strecken. Thomas mal wieder mit zwei Verwendern.

 

Sechster Durchgang:

Wolf fliegt bei guten Bedingungen 49 Strecken, und stellt damit endgültig die Weichen für seine erfolgreiche Titelverteidigung. Es folgen Heiko mit 47 Strecken, Thomas, Rudi und Guntmar mit jeweils 46 Strecken.

 

Siebter Durchgang:

Auch diesen Durchgang gewinnt Wolf vor Heiko mit jeweils 47 Strecken. Es folgen Guntmar, Johannes, Michael Romanenko (RUS) mit jeweils 46 Strecken, Jeff und Thomas mit je 45 Strecken (Thomas wieder mit einem Verwender).

Nach dieser siebten Runde steht Wolf bereits vorzeitig als Weltmeister fest. Auf Platz 2 liegt Heiko vor Guntmar und Thomas. Allerdings sind die Abstände zwischen Platz 2-4 so gering, dass es in der achten und letzten Runde noch zu einigen Verschiebungen kommen kann.

 

Achter Durchgang:

Thomas zeigt seinen besten Flug dieser WM. Er steigt extrem niedrig und fliegt die Strecken sehr knapp. Trotzdem kommen diesmal alle Signale. Er gewinnt damit diesen Durchgang vor Guntmar mit jeweils 48 Strecken. Da er auf Guntmar nur 4 Punkte aufholt bringt ihm dieser Flug keine Verbesserung seiner Platzierung mehr ein.

Heiko zeigt Nerven, fliegt nur 46 Strecken und landet auch noch im mittleren Kreis. Damit verliert er seinen zweiten Platz an Guntmar.

Wolf kann sich nicht mehr verbessern oder verschlechtern, und fliegt daher bei zäher Luft auf Risiko. Am Ende werden es 45 Strecken mit zwei Verwendern.



Technik:

Länge läuft ! Diese Aussage zielt in der Schifffahrt auf die Rumpflänge ab. Auch in F5B gibt es etliche Piloten die auf extrem lange Rümpfe setzen. Guntmars Go-One-5 hat eine Rumpflänge von fast 130cm, auch der neue Avionik B-05 hat 120cm Rumpflänge.

Der Weltmeister bezieht die Aussage „Länge läuft“ allerdings eher auf Spannweite und Streckung. Der neue Raketenwurm 3 hat eine Spannweite von 215cm und eine Streckung von 18,3. Der Rumpf wurde jedoch weitestgehend unverändert von den Vorgänger Modellen übernommen, und hat eine Länge von nur 97cm. Auch bei den anderen Modellen hält der Trend zu höheren Spannweiten an. Der Go-One-5 hat knapp zwei Meter Spannweite, der neue Avionik B-05 190cm und Freudenthalers Surprise 14 185cm.

 

Um die Raketenwurm 3 Flügel trotz dieser enormen Streckung leicht und steif zu bauen, konnte ich erstmalig auf eine neue Technologie zurück greifen. Franz Weißgerber, F5B Weltmeister von 1996 und Inhaber der Firma Carbonvertrieb (www. Carbon-Vertrieb.com) erklärte sich bereit für F5B passende Kohle Pre-Preg Platten mit V-Form zu bauen. Diese Platten haben eine breite von 30cm, eine Länge von 200cm und eine Dicke von ca. 1mm und werden im Autoklaven bei hohem Druck und 150°C gehärtet. Aus diesen Platten wird dann einfach der passende Holm herausgefräst, oder mittels Dremel und Minitrennscheibe herausgetrennt (siehe Bild). Durch diese Bauweise ergeben sich unzählige Vorteile: Die Flügel werden bei gleichem Gewicht etwa 30% steifer. Enorme Zeitersparnis beim Bauen, da das ganze Roving tränken und einlegen wegfällt. Ideales Harz/Kohle Verhältnis. Alle Kohlefasern haben genau 90° Ausrichtung zur Flugrichtung, was bei konventioneller Bauweise mittels Rovings niemals möglich ist. Diese Pre-Preg Platten sind ab sofort beim Carbon-Vertieb erhältlich.

Das erfolgreichste und meistbenutzte Serienmodell dieser WM ist wieder der Avionik von Sergey Sobakin, diesmal die Version B-05. Auch Altmeister Rudi Freudenthaler zeigte mit Platz 5, dass man mit seiner Surprise 14 ganz weit vorne mitfliegen kann.

 

Antriebe:

Je zwei Motoren und Regler Hersteller teilen den Großteil des Marktes unter sich auf. Das Deutsche Team und Rudi Freundethaler setzen auf Plettenberg Motoren (220/37 A1P4) und Schulze Regler (Future 18.200). Wie die Plätze 1-3 und 5 zeigen, sicher die richtige Wahl. Zudem hatten wir während der ganzen WM nicht einen einzigen technischen Ausfall zu beklagen.

Einen ebenfalls guten Eindruck hinterließen die Motoren von Steve Neu. Steve baut bereits seit vielen Jahren Motoren für sich und das Team USA, seit zwei Jahren werden sie kommerziell hergestellt und vertrieben. Diese Motoren werden in der oft mit Phönix Reglern eingesetzt (in Europa z.B. bei www.eflight.ch zu beziehen).

 

Akkus:

Zu viel Strom ? Im Internet wurde schnell von explodierenden Zellen geschrieben, und die Frage gestellt, ob die Leistung bzw. der Strom limitiert werden müssen. Auslaufende und explodierende Zellen gab es wirklich, allerdings waren diese Probleme auf wenige, und immer wieder die gleichen Personen beschränkt.

Gerade die Deutsche Mannschaft hat gezeigt, dass es möglich ist, erfolgreich zu fliegen, ohne das Material über seine Grenzen zu beanspruchen. Wir haben unsere Akkus grundsätzlich mit maximal 5 Ampere geladen, und zusätzlich während des Ladens die Akkus im Lüfter gekühlt, so dass sie am Ladeende maximal 50°C erreichten. Legt man sie dann in den Flieger heizen sie bei 30°C Außentemperatur noch etwas nach, so dass die Akkus beim Start etwa 55°C hatten. Damit stand uns zwar vor allem während den ersten zwei bis drei Steigflügen etwas weniger Leistung zur Verfügung als anderen. Aber dies war der sichere Weg, und wie die Ergebnisse zeigen auch der richtige.

 
Die zweifellos beste Zelle für Hochstrom Anwendungen war die Intellect 4200 SHV. Sie wurde von einem Großteil der Teilnehmer eingesetzt, da sie wie keine zweite Zelle eine hohe Spannungslage und hohe Kapazität in sich vereint.

Viele Teilnehmer selektieren die Zellen selbst. Der Weltmeister setzte auf fertig gepushte und selektierte Zellen von GM-Racing. Diese zeigten sich in meinen Testreihen als die besten käuflich zu erwerbenden Zellen. Sie sind im Fachhandel unter der Graupner Bestellnummer 98942.S erhältlich.

 

Fazit:

Wie nach jeder WM waren auch diesmal diejenigen Piloten ganz vorne zu finden, die es geschafft haben, über 8 Durchgänge die konstantesten Leistungen zu erbringen. Bei guten Bedingungen schaffen es viele, ein oder zwei gute Durchgänge zu fliegen. Die wahre Kunst ist es aber, auch bei schlechteren Bedingungen gute Flüge zu zeigen, und so wertvolle Punkte zu sammeln, auch wenn es die äußeren Bedingungen nicht zulassen den Durchgang zu gewinnen.

Das auf den vorderen Rängen eingesetzte Material war weitgehend gleichwertig, und die Platzierungen wurden durch das Fliegen entschieden.

Durch die Entwicklung eigener Modelle lassen sich kaum noch Vorteile erzielen, wie vor allem die guten Leistungen des Avioniks zeigen. Daher wird man sich zukünftig die Frage stellen müssen, ob es nicht sinnvoller ist, ein halbes Jahr lieber in Training oder andere Aktivitäten zu investieren, anstatt selbst Modelle zu entwickeln und zu bauen. Der Trend geht jedenfalls eindeutig in Richtung Fertigmodell.


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